DIN EN ISO 7010: Alle Sicherheitszeichen auf einen Blick – Übersicht, Bedeutung und Anwendung
Ob im Maschinenbau, in der Produktion oder auf der Baustelle – Sicherheitszeichen retten Leben. Doch welches Symbol bedeutet was? Und welche Zeichen sind für Ihre Maschinen oder Arbeitsstätten tatsächlich Pflicht? In diesem Ratgeber finden Sie eine vollständige Übersicht aller Sicherheitszeichen nach DIN EN ISO 7010 mit Erklärung, Anwendungsbeispielen und Praxistipps für die korrekte Anbringung.
Was ist die DIN EN ISO 7010?
Die DIN EN ISO 7010 ist die international gültige Norm für Sicherheitskennzeichen. Sie definiert einheitliche Piktogramme für Warn-, Verbots-, Gebots-, Rettungs- und Brandschutzzeichen. Ziel der Norm ist es, durch weltweit einheitliche Symbole die Sicherheit zu erhöhen – unabhängig von Sprache und Herkunft der Beschäftigten.
Die Norm wurde erstmals 2012 in Deutschland als DIN EN ISO 7010 veröffentlicht. Seit 2013 sind die Zeichen durch die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 auch für deutsche Arbeitsstätten verbindlich. Die aktuelle Fassung stammt aus dem Jahr 2020 und enthält zahlreiche neue Piktogramme, darunter auch Wassersicherheitszeichen.
Die fünf Kategorien der Sicherheitszeichen
Die ISO 7010 unterteilt alle Sicherheitszeichen in fünf klar unterscheidbare Kategorien. Jede Kategorie hat eine eigene Form, Farbe und einen Kennbuchstaben:
| Kategorie | Form | Farbe | Kürzel | Funktion |
|---|---|---|---|---|
| Warnzeichen | Dreieck | Gelb / Schwarz | W | Warnen vor Gefahren und Risiken |
| Verbotszeichen | Kreis | Rot / Schwarz | P | Verbieten gefährlicher Handlungen |
| Gebotszeichen | Kreis | Blau / Weiß | M | Vorschreiben von Schutzmaßnahmen |
| Rettungszeichen | Rechteck | Grün / Weiß | E | Kennzeichnen von Flucht- und Rettungswegen |
| Brandschutzzeichen | Rechteck | Rot / Weiß | F | Hinweisen auf Brandschutzeinrichtungen |
Warnzeichen (W) – Die wichtigsten Symbole im Maschinenbau
Warnzeichen sind im Maschinenbau die mit Abstand am häufigsten verwendeten Sicherheitszeichen. Sie weisen auf Gefahrenstellen hin, an denen Verletzungsgefahr besteht – etwa durch bewegliche Maschinenteile, elektrische Spannung oder heiße Oberflächen. Erkennbar sind sie an der dreieckigen Form mit gelbem Hintergrund und schwarzem Piktogramm.
| Zeichen | Bezeichnung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| W001 | Allgemeines Warnzeichen | Allgemeine Gefahrenstellen, zusammen mit Zusatzschild |
| W002 | Warnung vor explosiven Stoffen | Bereiche mit Explosionsgefahr, z. B. Lackierkabinen |
| W004 | Warnung vor Laserstrahl | Laserbearbeitungsmaschinen, Messlaser |
| W008 | Warnung vor Absturzgefahr | Podeste, Wartungsbühnen, Maschinenaufgänge |
| W011 | Warnung vor Rutschgefahr | Bereiche mit Öl- oder Kühlmittelrückständen |
| W012 | Warnung vor elektr. Spannung | Schaltschränke, Klemmkästen, Elektromotoren |
| W015 | Warnung vor schwebender Last | Krananlagen, Hebezeuge, Lastaufnahmemittel |
| W017 | Warnung vor heißer Oberfläche | Heizelemente, Motoren, Rohrleitungen |
| W018 | Warnung vor automat. Anlauf | Maschinen mit automatischem Wiederanlauf |
| W024 | Warnung vor Handverletzungen | Einzugsstellen, Quetschstellen, Schneidwerke |
| W030 | Warnung vor Einzugsgefahr | Riemenantriebe, Walzen, Förderbänder |
Verbotszeichen (P) – Gefährliche Handlungen unterbinden
Verbotszeichen untersagen bestimmte Verhaltensweisen, die zu einer Gefährdung führen können. Sie sind rund, haben einen weißen Hintergrund mit rotem Rand und einen roten Querbalken über dem schwarzen Piktogramm.
| Zeichen | Bezeichnung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| P001 | Allgemeines Verbotszeichen | Allgemeine Verbotsbereiche mit Zusatztext |
| P002 | Rauchen verboten | Produktionshallen, Lagerbereiche, Ex-Zonen |
| P006 | Zutritt für Unbefugte verboten | Maschinenbereiche, Schaltanlagen |
| P010 | Berühren verboten | Heiße Teile, unter Spannung stehende Bauteile |
| P031 | Schalten verboten | Wartungsarbeiten an elektrischen Anlagen |
Gebotszeichen (M) – Schutzmaßnahmen vorschreiben
Gebotszeichen fordern zu bestimmten Schutzmaßnahmen auf. Sie sind rund, blau und zeigen ein weißes Piktogramm. Im Maschinenbau werden sie häufig an Zugängen zu Maschinenbereichen angebracht, um auf die erforderliche persönliche Schutzausrüstung (PSA) hinzuweisen.
| Zeichen | Bezeichnung | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| M001 | Allgemeines Gebotszeichen | Allgemeiner Hinweis auf Schutzmaßnahmen |
| M002 | Gehörschutz benutzen | Lärmbereiche ab 85 dB(A), Stanzen, Pressen |
| M004 | Augenschutz benutzen | Schleifarbeiten, Laserumgebung, Chemikalien |
| M008 | Fußschutz benutzen | Produktionshallen, Montagebereiche |
| M009 | Handschutz benutzen | Umgang mit scharfkantigen Teilen, Chemikalien |
Sicherheitszeichen richtig anbringen – Praxistipps
Die beste Beschilderung nützt nichts, wenn sie falsch angebracht wird. Beachten Sie folgende Grundregeln:
- Erkennungsweite beachten: Die Mindestgröße eines Sicherheitszeichens hängt von der Entfernung ab, aus der es erkannt werden muss. Als Faustregel gilt: Zeichendurchmesser in mm = Erkennungsweite in m × 25. Ein Zeichen, das aus 4 Metern lesbar sein soll, muss also mindestens 100 mm groß sein.
- Am Zugang zum Gefahrenbereich: Warn- und Verbotszeichen sollten dort angebracht werden, wo Personen den Gefahrenbereich betreten – also an Türen, Schutzzaunöffnungen oder Maschinenzugängen.
- Einheitlichkeit: Innerhalb einer Arbeitsstätte müssen Sie einheitliche Sicherheitszeichen verwenden. Mischen Sie nicht alte BGV-A8-Zeichen mit neuen ISO-7010-Zeichen.
- Material und Beständigkeit: Im Maschinenbau müssen Aufkleber gegen Reinigungsmittel, Öle und mechanische Beanspruchung resistent sein. PVC-Folien aus Industriequalität (wie die von ergo-safe verwendeten Orafol-Folien) sind hier die beste Wahl.
- Untergrund vorbereiten: Die Oberfläche muss fett-, staub- und silikonfrei sein. Reinigen Sie den Untergrund vor dem Aufkleben gründlich mit Isopropanol.
Was ändert sich mit der EU-Maschinenverordnung 2027?
Ab dem 20. Januar 2027 ersetzt die neue EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 die bisherige Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Für die Sicherheitskennzeichnung bedeutet das:
- Die Kennzeichnungsanforderungen werden erweitert und präzisiert
- Digitale Betriebsanleitungen (z. B. per QR-Code auf der Maschine) werden erstmals geregelt
- Wer eine Maschine wesentlich verändert, wird zum Hersteller und muss die CE-Kennzeichnung erneuern – inklusive normkonformer Sicherheitsbeschilderung
- Neue Anforderungen an Cybersecurity können auch die Kennzeichnung digitaler Schnittstellen betreffen
Häufig gestellte Fragen zur DIN EN ISO 7010
Muss ich alte Sicherheitszeichen austauschen?
Bestehende Beschilderung nach der alten BGV A8 oder DIN 4844-2 hat grundsätzlich Bestandsschutz. Bei Neuanschaffungen oder Umbauten sollten Sie jedoch ausschließlich die aktuellen Zeichen nach ISO 7010 verwenden. Eine einheitliche Kennzeichnung innerhalb einer Arbeitsstätte wird von der ASR A1.3 gefordert.
Wie groß müssen Sicherheitszeichen sein?
Die Mindestgröße richtet sich nach der Erkennungsweite. Die ASR A1.3 gibt konkrete Werte vor: Bei einer Erkennungsweite von 4 Metern sollte ein Warnzeichen mindestens 100 mm Kantenlänge haben. Bei 10 Metern sind es bereits 250 mm. Die genauen Werte finden Sie in der Tabelle der ASR A1.3.
Welche Sicherheitszeichen brauche ich an meiner Maschine?
Das ergibt sich aus der Risikobeurteilung nach DIN EN ISO 12100. Jede identifizierte Restgefahr, die nicht durch konstruktive Maßnahmen oder Schutzeinrichtungen beseitigt werden kann, muss durch ein entsprechendes Sicherheitszeichen gekennzeichnet werden. Typisch sind: Warnung vor elektrischer Spannung am Schaltschrank, Warnung vor heißen Oberflächen, Warnung vor automatischem Anlauf und Gebotszeichen für PSA.
Was bedeuten die Nummern W001, P002, M004 usw.?
Jedes Sicherheitszeichen hat eine eindeutige Registriernummer. Der Buchstabe steht für die Kategorie (W = Warnung, P = Verbot, M = Gebot, E = Rettung, F = Brandschutz), die Zahl identifiziert das spezifische Piktogramm. So ist W012 immer das Zeichen für „Warnung vor elektrischer Spannung“ – weltweit einheitlich.
Fazit: Normkonforme Sicherheitskennzeichnung schützt und spart Kosten
Die korrekte Anwendung der DIN EN ISO 7010 ist mehr als eine gesetzliche Pflicht – sie schützt Ihre Mitarbeiter und sichert Sie als Hersteller oder Betreiber rechtlich ab. Mit einheitlichen, international verständlichen Sicherheitszeichen sorgen Sie dafür, dass Gefahren sofort erkannt werden – unabhängig von Sprache oder Qualifikation.
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