Sicherheitsaufkleber richtig anbringen: 7 häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Der teuerste und hochwertigste Sicherheitsaufkleber ist wertlos, wenn er falsch angebracht wird: am falschen Ort, in der falschen Größe oder auf einem schlecht vorbereiteten Untergrund. In über 20 Jahren als Hersteller von Sicherheitskennzeichnung haben wir bei ergo-safe diese Fehler hundertfach gesehen – und genauso oft erklären dürfen, wie es richtig geht. Hier sind die 7 häufigsten Fehler bei der Anbringung von Sicherheitsaufklebern im Maschinenbau und wie Sie sie vermeiden.

Monteur bringt einen gelben Warnaufkleber nach ISO 7010 mit einem Rakel blasenfrei auf ein Maschinengehäuse aus Edelstahl auf
1 Untergrund nicht gereinigt

Der häufigste Grund, warum Aufkleber sich nach wenigen Wochen ablösen: Der Untergrund wurde vor dem Aufkleben nicht gereinigt. Selbst unsichtbare Rückstände von Fett, Öl, Silikon, Trennmitteln oder Staub reichen aus, um die Haftkraft des Acrylatklebers drastisch zu reduzieren.

Besonders tückisch sind silikonhaltige Trennmittel auf spritzgegossenen Kunststoffteilen und Fettfilme auf Maschinengehäusen, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind.

So machen Sie es richtig

Reinigen Sie die Oberfläche unmittelbar vor dem Aufkleben mit Isopropanol (IPA) oder Reinigungsbenzin. Verwenden Sie ein fusselfreies Tuch. Kein Fensterreiniger, keine Seife, kein Silikonspray – diese hinterlassen Rückstände. Lassen Sie die Fläche vollständig trocknen, bevor Sie den Aufkleber anbringen.

2 Aufkleber zu klein für die Erkennungsweite

Ein 50-mm-Warnzeichen auf einem Schaltschrank, der aus 6 Metern Entfernung erkannt werden soll? Das funktioniert nicht. Die ASR A1.3 gibt klare Mindestgrößen vor, die von der Erkennungsweite abhängen. Ein zu kleiner Aufkleber erfüllt nicht die normative Anforderung und kann bei einer Betriebsbegehung beanstandet werden.

So machen Sie es richtig

Verwenden Sie die Faustregel: Zeichendurchmesser in mm = Erkennungsweite in m × 25. Ein Zeichen, das aus 4 Metern erkennbar sein soll, muss mindestens 100 mm groß sein. Die vollständige Tabelle finden Sie weiter unten.

3 Am falschen Ort angebracht

Ein Warnzeichen für elektrische Spannung, das innen auf der Schaltschranktür klebt, ist wertlos – die Gefahr besteht schließlich beim Öffnen, nicht wenn die Tür bereits offen ist. Ein Verbotszeichen „Zutritt für Unbefugte verboten", das 3 Meter hinter dem Zugang hängt, kommt zu spät.

So machen Sie es richtig

Sicherheitszeichen gehören am Zugang zum Gefahrenbereich – dort, wo eine Person die Entscheidung trifft, ob sie den Bereich betritt oder die Tür öffnet. Warnzeichen am Schaltschrank gehören außen auf die Tür. Verbotszeichen gehören an die Tür des Schutzzauns, nicht auf die Wand dahinter.

4 Alte und neue Sicherheitszeichen gemischt

In vielen Betrieben finden sich noch alte Sicherheitszeichen nach BGV A8 oder DIN 4844-2 neben den aktuellen ISO-7010-Zeichen. Die alten Zeichen sehen ähnlich aus, unterscheiden sich aber im Detail – und das kann zu Verwirrung führen. Die ASR A1.3 fordert ausdrücklich eine einheitliche Kennzeichnung innerhalb einer Arbeitsstätte.

So machen Sie es richtig

Bestehende Beschilderung nach altem Recht hat Bestandsschutz, muss aber bei Neuanschaffungen oder Umbauten durch aktuelle ISO-7010-Zeichen ersetzt werden. Am besten: Bei Gelegenheit alle alten Zeichen systematisch austauschen und auf einheitliche ISO-7010-Kennzeichnung umstellen.

5 Falsches Material für die Umgebung

Papieraufkleber in einer Fertigungshalle, in der regelmäßig mit industriellen Reinigern gearbeitet wird? Das geht schief. Papier quillt bei Feuchtigkeit auf, die Farben verlaufen, der Kleber löst sich. Innerhalb weniger Wochen ist der Aufkleber unleserlich – und die Maschine nicht mehr normkonform gekennzeichnet.

So machen Sie es richtig

Im Maschinenbau ausschließlich PVC-Folie in Industriequalität verwenden. Für extreme Temperaturen (direkt am Motor, in Öfen) ist Polyester-Folie die bessere Wahl. Papier ist nur für temporäre Anwendungen im geschützten Innenbereich akzeptabel – niemals für Sicherheitskennzeichnung.

6 Bei Kälte oder extremer Hitze verklebt

Der Acrylatkleber auf PVC-Aufklebern hat einen optimalen Verarbeitungstemperaturbereich. Wird der Aufkleber bei Temperaturen unter +10 °C angebracht, aktiviert sich der Kleber nicht vollständig – der Aufkleber scheint zunächst zu halten, löst sich aber nach Tagen oder Wochen wieder ab. Bei extremer Hitze kann die Folie zu weich werden und sich verziehen.

So machen Sie es richtig

Die Verarbeitungstemperatur sollte zwischen +10 °C und +35 °C liegen. Wenn Sie im Winter in einer ungeheizten Halle arbeiten müssen, erwärmen Sie die Klebefläche und den Aufkleber mit einem Föhn auf mindestens 15 °C. Nach dem Aufkleben benötigt der Kleber 24 Stunden, um seine volle Haftkraft zu entwickeln. In dieser Zeit nicht reinigen oder mechanisch belasten.

7 Aufkleber übereinander oder verdeckt angebracht

Manchmal werden neue Aufkleber einfach über alte draufgeklebt – das Ergebnis: unebene Oberfläche, Luftblasen, Aufwölbungen und im schlimmsten Fall Unleserlichkeit. Ebenso problematisch: Aufkleber, die durch Kabel, Schläuche, Abdeckungen oder andere Bauteile teilweise verdeckt werden.

So machen Sie es richtig

Alte Aufkleber immer vollständig entfernen und die Fläche reinigen, bevor der neue Aufkleber angebracht wird. PVC-Aufkleber lassen sich durch Erwärmen mit einem Föhn leichter ablösen. Klebereste mit Isopropanol entfernen. Und: Prüfen Sie nach der Montage, ob der Aufkleber von allen relevanten Blickwinkeln vollständig sichtbar und lesbar ist.

Erkennungsweiten-Tabelle nach ASR A1.3

Die richtige Größe eines Sicherheitszeichens hängt von der Entfernung ab, aus der es erkannt werden muss. Die ASR A1.3 gibt folgende Mindestgrößen vor:

ErkennungsweiteMindestdurchmesser ZeichenTypischer Einsatzort
bis 4 m100 mmDirekt an der Maschine, Schaltschrank, Bedienfeld
bis 6 m150 mmMaschinengruppen, Zugangstüren
bis 10 m250 mmHalleneingang, Schutzzaun-Zugang
bis 16 m400 mmGroße Produktionshallen, Lagerbereiche
bis 24 m600 mmFreigelände, große Lagerhallen
Faustregel zum Merken: Durchmesser in mm = Erkennungsweite in m × 25. Lieber eine Nummer größer wählen als zu klein – ein gut sichtbares Zeichen ist immer besser als ein normgerechtes, das niemand sieht.
▶ Warnzeichen in allen Größen ▶ Verbotszeichen in allen Größen ▶ Gebotszeichen in allen Größen

Bonus: Die richtige Reihenfolge beim Aufkleben

Für ein professionelles Ergebnis empfehlen wir folgende Reihenfolge:

  • Schritt 1: Alten Aufkleber entfernen (Föhn zum Erwärmen, dann abziehen)
  • Schritt 2: Klebereste mit Isopropanol entfernen
  • Schritt 3: Oberfläche mit Isopropanol reinigen und trocknen lassen
  • Schritt 4: Position mit Klebeband markieren oder Abstand ausmessen
  • Schritt 5: Schutzfolie zur Hälfte abziehen, Aufkleber positionieren, von der Mitte nach außen mit Rakel andrücken
  • Schritt 6: Restliche Schutzfolie abziehen, weiter andrücken – keine Luftblasen!
  • Schritt 7: 24 Stunden aushärten lassen, bevor gereinigt oder belastet wird
Profi-Tipp: Bei großen Aufklebern (ab ca. 150 mm) die „nasse Methode" verwenden: Oberfläche leicht mit Wasser und einem Tropfen Spülmittel benetzen, Aufkleber auflegen, positionieren und das Wasser mit dem Rakel herausstreichen. So lässt sich der Aufkleber noch verschieben, bevor er endgültig haftet.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß muss ein Sicherheitsaufkleber sein?

Die Mindestgröße richtet sich nach der Erkennungsweite gemäß ASR A1.3. Als Faustregel gilt: Durchmesser in mm = Erkennungsweite in m × 25. Ein Warnzeichen, das aus 4 Metern erkennbar sein soll, muss mindestens 100 mm groß sein.

Womit reinige ich die Oberfläche vor dem Aufkleben?

Isopropanol (IPA) oder Reinigungsbenzin auf einem fusselfreien Tuch. Kein Fensterreiniger, keine Seife, kein Silikonspray. Die Oberfläche muss fett-, staub- und silikonfrei sein und vollständig trocken.

Kann ich Sicherheitsaufkleber bei Kälte anbringen?

Die empfohlene Verarbeitungstemperatur liegt zwischen +10 °C und +35 °C. Bei niedrigeren Temperaturen den Untergrund und den Aufkleber mit einem Föhn auf mindestens 15 °C erwärmen. Nach dem Aufkleben 24 Stunden aushärten lassen.

Darf ich alte und neue Sicherheitszeichen mischen?

Die ASR A1.3 fordert eine einheitliche Kennzeichnung innerhalb einer Arbeitsstätte. Bestehende alte Zeichen haben Bestandsschutz, sollten aber bei Gelegenheit systematisch auf ISO 7010 umgestellt werden. Das Mischen verschiedener Normen kann bei Betriebsbegehungen beanstandet werden.

Was mache ich, wenn der Aufkleber Blasen wirft?

Kleine Blasen lassen sich mit einer feinen Nadel aufstechen und das eingeschlossene Luftpolster mit dem Rakel herausdrücken. Bei großen Blasen den Aufkleber vorsichtig bis zur Blase abziehen und neu andrücken. Am besten: Von Anfang an mit Rakel arbeiten und von der Mitte nach außen streichen.

Fazit: 7 Fehler, die sich leicht vermeiden lassen

Die richtige Anbringung von Sicherheitsaufklebern ist kein Hexenwerk – aber sie erfordert Sorgfalt. Sauberer Untergrund, richtige Größe, richtiger Ort, richtiges Material und die passende Temperatur: Wer diese Grundregeln beachtet, hat Aufkleber, die über Jahre zuverlässig halten und ihre Schutzfunktion erfüllen. Und im Ernstfall kann genau das den Unterschied machen.

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