Warum die Brandschutzkennzeichnung über Leben und Tod entscheidet

Im Brandfall bleiben Sekunden. Wer den Feuerlöscher nicht sofort sieht, sucht ihn nicht - sondern flieht. Das ist kein Versagen, sondern menschliches Verhalten unter Stress. Genau deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, wie Brandschutzmittel gekennzeichnet werden müssen: eindeutig, normgerecht und auch bei Stromausfall sichtbar.</p> <p>Die rechtliche Grundlage bildet die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) in Verbindung mit der Technischen Regel ASR A1.3 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung". Für die Gestaltung der Zeichen selbst gilt die DIN EN ISO 7010 - eine international harmonisierte Norm, die in der gesamten EU verbindlich ist. Wer diese Vorgaben nicht einhält, riskiert nicht nur Bußgelder und Versicherungsprobleme, sondern im schlimmsten Fall Menschenleben.</p>

Rotes Brandschutzzeichen nach DIN EN ISO 7010 neben einem Feuerlöscher an einer Hallenwand in einer Industrieumgebung
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Warum Brandschutzkennzeichnung über Leben und Tod entscheidet

Im Brandfall bleiben Sekunden. Wer den Feuerlöscher nicht sofort sieht, sucht ihn nicht - sondern flieht. Das ist kein Versagen, sondern menschliches Verhalten unter Stress. Genau deshalb schreibt der Gesetzgeber vor, wie Brandschutzmittel gekennzeichnet werden müssen: eindeutig, normgerecht und auch bei Stromausfall sichtbar.

Die rechtliche Grundlage bildet die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) in Verbindung mit der Technischen Regel ASR A1.3 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung". Für die Gestaltung der Zeichen selbst gilt die DIN EN ISO 7010 - eine international harmonisierte Norm, die in der gesamten EU verbindlich ist. Wer diese Vorgaben nicht einhält, riskiert nicht nur Bußgelder und Versicherungsprobleme, sondern im schlimmsten Fall Menschenleben.

Achtung: Fehlende oder nicht normgerechte Brandschutzkennzeichnung kann im Schadensfall dazu führen, dass Versicherungsleistungen gekürzt oder verweigert werden. Auch die Berufsgenossenschaften prüfen die Kennzeichnung bei Betriebsbegehungen.

DIN EN ISO 7010: Die F-Codes für Brandschutzzeichen

Die DIN EN ISO 7010 ordnet jedem Brandschutzzeichen einen eindeutigen Code zu, der mit dem Buchstaben "F" beginnt. Alle Brandschutzzeichen sind quadratisch, haben einen roten Hintergrund (RAL 3001) und zeigen ein weißes Piktogramm. Diese einheitliche Gestaltung stellt sicher, dass die Zeichen sprach- und kulturübergreifend verstanden werden.

Code Bezeichnung Einsatzbereich
F001 Feuerlöscher Standort tragbarer Feuerlöscher
F002 Löschschlauch Wandhydranten, Schlauchanschlüsse
F003 Feuerleiter Standort einer Feuerleiter
F004 Mittel und Geräte zur Brandbekämpfung Sammelpunkt für Löschmittel und -geräte
F005 Brandmeldetelefon Standort eines Telefons zur Brandmeldung
F006 Brandmelder (manuell) Druckknopfmelder, Handfeuermelder
Praxis-Tipp: Das am häufigsten benötigte Zeichen ist F001 (Feuerlöscher). In vielen Betrieben fehlen jedoch die Zeichen F005 und F006 - obwohl Brandmeldetelefone und manuelle Brandmelder vorhanden sind. Prüfen Sie, ob wirklich alle vorhandenen Brandschutzmittel gekennzeichnet sind.

Vier häufige Fehler bei der Brandschutzkennzeichnung

In der betrieblichen Praxis laufen bei der Brandschutzkennzeichnung immer wieder dieselben Dinge falsch. Jeder einzelne Fehler kann im Ernstfall dazu führen, dass ein Feuerlöscher nicht rechtzeitig gefunden wird.

1. Falsche Farben oder Formen

Brandschutzzeichen müssen rot sein, quadratisch, mit weißem Piktogramm - nicht "so ähnlich". Veraltete Schilder nach der alten DIN 4844 oder handgemalte Hinweise erfüllen die Anforderungen der DIN EN ISO 7010 nicht. Auch "fast rote" Farbtöne wie Orange oder Dunkelrot sind nicht normkonform.

Häufiger Fehler: Noch immer hängen in vielen Betrieben Brandschutzzeichen nach der alten Norm BGV A8 oder DIN 4844-1. Diese sind seit der Einführung der DIN EN ISO 7010 nicht mehr gültig und müssen ausgetauscht werden.

2. keine Nachleuchtfähigkeit

Brandschutzzeichen müssen auch bei Stromausfall sichtbar sein. Das bedeutet: langnachleuchtende Folie oder Schilder mit mindestens 140/20 mcd/m² nach DIN 67510. Ohne Nachleuchtfähigkeit sind die Zeichen im Ernstfall - wenn es am meisten darauf ankommt - unsichtbar.

3. falsche Größe für die Erkennungsweite

Die Erkennungsweite eines Schildes ist direkt von seiner Größe abhängig. Die Faustregel nach ASR A1.3: Erkennungsweite = Schildhöhe × 100. Ein Schild mit 100 mm Kantenlänge ist auch nur aus 10 Metern erkennbar - in einer großen Fertigungshalle reicht das bei Weitem nicht aus.

4. Fehlende Zusatz- und Richtungsschilder

Zusatzschilder mit Richtungspfeilen sind keine Kür, sondern Pflicht, sobald das Brandschutzmittel nicht direkt sichtbar ist. Befindet sich der Feuerlöscher um die Ecke, hinter einem Regal oder in einer Nische, muss ein Richtungsschild den Weg weisen. In der Praxis fehlen diese Zusatzzeichen besonders häufig - dabei können sie im Ernstfall entscheidende Sekunden sparen.

Praxis-Tipp: Stellen Sie sich an jeden Arbeitsplatz in Ihrem Betrieb und fragen Sie sich: Sehe ich von hier aus sofort, wo der nächste Feuerlöscher ist? Wenn nicht, fehlt ein Richtungsschild.

Langnachleuchtende Schilder: Sichtbarkeit bei Stromausfall

Bei einem Brand fällt häufig die Stromversorgung aus - sei es durch direkte Beschädigung der Leitungen, durch Kurzschluss oder durch die automatische Abschaltung der Elektrik. In diesem Moment werden alle Brandschutzzeichen, die nur bei Beleuchtung sichtbar sind, wertlos.

Die DIN 67510 regelt die Anforderungen an langnachleuchtende (phosphoreszierende) Materialien. Für Sicherheitskennzeichen gelten folgende Mindestwerte der Leuchtdichte:

Zeitpunkt nach Abdunklung Mindestleuchtdichte
Nach 10 Minuten 140 mcd/m²
Nach 60 Minuten 20 mcd/m²

Langnachleuchtende Schilder laden sich bei normaler Raum- oder Tageslichtbeleuchtung auf und geben das gespeicherte Licht über Stunden wieder ab. Sie benötigen keine Batterie, keinen Stromanschluss und keine Wartung - eine zuverlässige, dauerhafte Lösung für jede Betriebsumgebung.

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Achtung: Günstige Nachleuchtfolien aus dem Baumarkt erreichen oft nicht die geforderten Leuchtdichten nach DIN 67510. Für die betriebliche Sicherheitskennzeichnung sind nur Materialien geeignet, die die Mindestwerte nachweislich erfüllen.

Erkennungsweite berechnen nach ASR A1.3

Die richtige Schildgröße hängt von der Erkennungsweite ab - also der maximalen Entfernung, aus der ein Zeichen noch sicher erkannt werden muss. Die ASR A1.3 gibt dafür eine klare Berechnungsgrundlage vor:

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Erkennungsweite (in mm) = Schildhöhe (in mm) × 100

Daraus ergeben sich folgende Standardgrößen und ihre maximalen Erkennungsweiten:

Schildgröße Erkennungsweite Geeignet für
50 × 50 mm 5 m Kleine Räume, direkte Nähe zum Gerät
100 × 100 mm 10 m Büros, Flure, kleine Werkstätten
150 × 150 mm 15 m Mittlere Räume, Lagerbereiche
200 × 200 mm 20 m Größere Hallen, Produktionsbereiche
300 × 300 mm 30 m Große Fertigungshallen, Logistikzentren
400 × 400 mm 40 m Sehr große Hallen, Außenbereiche
Häufiger Fehler: In großen Fertigungshallen werden oft Schilder mit 100 mm Kantenlänge montiert - erkennbar aus maximal 10 Metern. Bei einer Hallenlänge von 50 Metern oder mehr ist das völlig unzureichend. Wählen Sie die Schildgröße immer anhand der tatsächlichen Erkennungsweite, nicht nach optischen Vorlieben.
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Brandschutzkennzeichnung prüfen und nachrüsten - in 6 Schritten

Mit dieser Anleitung können Sie die Brandschutzkennzeichnung in Ihrem Betrieb systematisch prüfen und bei Bedarf nachrüsten. Planen Sie für einen mittelgroßen Betrieb etwa einen halben Tag ein.

  1. Bestandsaufnahme der Brandschutzmittel Erstellen Sie eine Liste aller Feuerlöscher, Wandhydranten, Löschschläuche, Brandmelder und Brandmeldetelefone im Betrieb. Nutzen Sie dafür den vorhandenen Brandschutzplan oder gehen Sie systematisch alle Bereiche ab.
  2. Vorhandene Kennzeichnung dokumentieren Prüfen Sie für jeden Standort: Ist ein Brandschutzzeichen vorhanden? Welche Norm (DIN EN ISO 7010 oder veraltet)? Welche Größe? Langnachleuchtend oder nicht? Notieren Sie alle Abweichungen.
  3. Erkennungsweiten messen Messen Sie für jeden Standort die maximale Entfernung, aus der das Brandschutzmittel gefunden werden muss. Vergleichen Sie mit der Erkennungsweite des vorhandenen Schildes (Schildhöhe × 100). Notieren Sie, wo größere Schilder benötigt werden.
  4. Sichtbarkeit aus allen Arbeitspositionen prüfen Stellen Sie sich an jeden Arbeitsplatz und prüfen Sie: Ist von hier aus ein Brandschutzzeichen sichtbar, das zum nächsten Brandschutzmittel führt? Besonders kritisch: Bereiche hinter Regalen, Maschinen oder Trennwänden - hier sind Zusatzschilder mit Richtungspfeilen nötig.
  5. Bedarf ermitteln und bestellen Fassen Sie zusammen, welche Zeichen in welcher Größe und Ausführung (lang nachleuchtend, selbstklebend, auf Aluminium) benötigt werden. Bestellen Sie alle Zeichen nach DIN EN ISO 7010 mit den passenden F-Codes.
  6. Montage und Dokumentation Bringen Sie die neuen Zeichen an und aktualisieren Sie den Brandschutzplan. Dokumentieren Sie die Maßnahme - das erleichtert spätere Prüfungen durch die Berufsgenossenschaft oder den Brandschutzbeauftragten.

Brandschutzzeichen von ergo-safe: Ihre Vorteile

ergo-safe ist seit 2001 auf Sicherheitskennzeichnung spezialisiert. Unsere Brandschutzzeichen nach DIN EN ISO 7010 werden in Deutschland gefertigt und erfüllen alle relevanten Normen.

Normkonform nach DIN EN ISO 7010

Alle Brandschutzzeichen entsprechen exakt den Vorgaben der DIN EN ISO 7010 - in Farbe, Form und Piktogramm. Sie erfüllen damit gleichzeitig die Anforderungen der ASR A1.3.

Langnachleuchtend nach DIN 67510

Unsere nachleuchtenden Varianten erreichen die geforderten Leuchtdichtewerte von 140/20 mcd/m² und sorgen auch bei komplettem Stromausfall für sichere Orientierung.

Industrietaugliche Materialien

Ob selbstklebende Folie für glatte Oberflächen, Aluminium-Schilder für raue Umgebungen oder magnetische Varianten für flexible Montage - für jeden Einsatzzweck das passende Material.

Alle F-Codes und Größen ab Lager

Von F001 bis F006, in Größen von 50 × 50 mm bis 400 × 400 mm - einschließlich Zusatzzeichen mit Richtungspfeilen. Schnelle Lieferung, auch bei größeren Stückzahlen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Norm gilt für Brandschutzzeichen in Deutschland?

In Deutschland gilt die DIN EN ISO 7010 in Verbindung mit der Technischen Regel ASR A1.3. Beide schreiben vor, dass Brandschutzzeichen rot, quadratisch und mit weißem Piktogramm gestaltet sein müssen. Die alten Normen BGV A8 und DIN 4844-1 sind nicht mehr gültig.

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Müssen Brandschutzzeichen langnachleuchtend sein?

Die ASR A1.3 fordert, dass Sicherheitszeichen auch bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung erkennbar sein müssen. Langnachleuchtende Zeichen nach DIN 67510 sind die gängigste und wirtschaftlichste Lösung. Alternativ kann eine Sicherheitsbeleuchtung nach DIN EN 1838 eingesetzt werden.

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Wie groß müssen Brandschutzzeichen sein?

Die Größe richtet sich nach der erforderlichen Erkennungsweite. Faustregel nach ASR A1.3: Erkennungsweite = Schildhöhe × 100. Für einen 20 Meter langen Flur benötigen Sie mindestens ein Schild mit 200 mm Kantenlänge. In großen Hallen sind 300 mm oder 400 mm erforderlich.

Was kosten Brandschutzzeichen nach DIN EN ISO 7010?

Die Kosten hängen von Größe, Material und Stückzahl ab. Selbstklebende Folienschilder sind bereits ab geringen Stückzahlen erhältlich. Aluminium-Schilder und langnachleuchtende Varianten liegen preislich etwas höher. Kontaktieren Sie uns für ein konkretes Angebot.

Wann müssen alte Brandschutzzeichen ausgetauscht werden?

Zeichen nach der alten Norm BGV A8 oder DIN 4844-1 müssen gegen Zeichen nach DIN EN ISO 7010 ausgetauscht werden - eine offizielle Übergangsfrist gibt es nicht mehr. Darüber hinaus sollten Schilder ausgetauscht werden, wenn sie verblasst, beschädigt oder verschmutzt sind und die Erkennbarkeit nicht mehr gewährleistet ist.

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Funktionieren die Zeichen auch international?

Ja. Die Piktogramme der DIN EN ISO 7010 sind international harmonisiert und werden weltweit verstanden - sie funktionieren sprach- und kulturübergreifend. Zusätzliche Texthinweise in weiteren Sprachen können als Ergänzung angebracht werden, sind aber nicht vorgeschrieben.

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Bietet ergo-safe auch Beratung zur Brandschutzkennzeichnung an?

Ja. Unser Team unterstützt Sie bei der Auswahl der richtigen Zeichen, Größen und Materialien für Ihren Betrieb. Senden Sie uns Ihren Hallenplan oder Ihre Bestandsliste, und wir erstellen Ihnen ein passendes Kennzeichnungskonzept.

Brandschutzkennzeichnung normgerecht nachrüsten

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